SÄMTLICHE NEUIGKEITEN
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Die neue Orgel zu Ehren des liechtensteinischen Komponisten Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) in der Kathedrale zur St. Florin Vaduz, gestiftet von der Gedächtnisstiftung Peter Kaiser (1793-1864) hat folgende Disposition:

I. Manual: Hauptwerk, Tonumfang C – g’’’

Register                     1873                  Bauweise

Bordun 16’               C – f ’’’              durchgehend Holz gedeckt

Principal 8’               C – f ’’’              Zinn, C – ds° im Prospekt

Tibia 8’                     ---                       C – h° Holz offen, ab c’ Metall 50 %, ab c’’ überblasend, rekonstruiert nach Jáchymov 1876

Viola di Gamba 8’  ---                        ab C offen zylindrisch in Zinn 87,5 % mit Expressionen und Streich­bärten, rekonstruiert nach Jáchymov 1876, Hof 1885 und Cheb 1872

Gedackt 8’               C – f ’’’              C – h’ Holz gedeckt, ab c’’ Metall gedeckt

Quintflöte 5 13        F – fs’                C – H Holz gedeckt, dann Holz offen, ab g’ Metall 50 % zylindrisch offen, C – E sowie g’ – g’’’ rekonstruiert

Octave 4’                  C – f ’’’              Zinn, C – G im Prospekt

Gemshorn 4’            C – f ’’’              Metall, konisch

Quinte 2 2/3’ VA       ---                        Vorabzug aus Mixtur

Octave 2’                  C – f ’’’              fehlende Einzelpfeifen rekonstruiert

Mixtur 5-fach 2 23 7 Pfeifen           C 2 23’ + 2’ + 135’ + 113’ + 1’, repet. c’’ 2 23’ + 2’ + 2’ eng + 135’ + 113’ und fs’’ 4’ + 2 23’ + 2’ 2’ eng + 135’, Terz konisch, übrige zylindrisch, fehlende 273 Pfeifen rekonstruiert nach Vorbild Jáchymov 1876 in Probezinn (75 %)

Trompete 8’             ---                        �Stiefel, Nüsse und Becher Probezinn 75 %, Becher mit schmalem Stürzenrand, ab fs’’ doppelte Länge, Kehlen, Krücken und Zungen Messing, rekonstruiert nach Jáchymov 1876

 

Begleitwerk (wird in die Traktur des I. Manuals eingekoppelt, 440 Hertz)

Rohrflöte 8’             ---                        C – H Holz gedeckt, ab c° Metall 30 % mit Rohr

Canora 4’             ---            Zinn 87,5 %, trichterförmig offen, nach Hermann Eule um 1890

 

II. Manual: Seitenwerk, Tonumfang C – g’’’

Register                     1873                  Bauweise

Salicional 16’ Tr. III                          *             Transmission aus Manual III

Principalflöte 8’       C – f ’’’              C – H Holz offen, ab c° Metall

Liebl. Gedackt 8’    C – f ’’’              C – h’ Holz gedeckt, ab c’’ Metall gedeckt

Aeoline 8’                 ---                       ab C offen zylindrisch in Zinn 87,5 % mit Expressionen und Streich­bärten, rekonstruiert nach Jáchymov 1876, Hof 1885 und Cheb 1872

Fugara 4’                  C – h°                zylindrisch eng, ab c’ rekonstruiert Metall 75 % nach Basslage und  nach Jáchymov 1876

Flöte 4’                      C – h°                C – h° Holz offen, ab c’ Metall 50 % offen nicht überblasend mit Expressionen, ab c’ rekonstruiert

Nasard 2 2/3’  VA     ---                        Vorabzug aus Cornett

Flageolet 2’              ---                        zylindrisch offen in Probezinn 75 %, ab c° überblasend, rekonstruiert

Cornett 3 – 5-fach 2 23                    ---  C 2 23’ + 2’ + 135’, c° + 4’, c’ + 8’, Bass konisch beginnend, bis

                                   45’-Länge changierend nach zylindrisch, 8’-Chor c’ – g’’ als Rohrflöte, Probezinn 75 %, rekonstruiert

Fagott-Clarinette 8’                            ---           rekonstruiert nach Vorbild Hof 1885, durchschlagend, Stiefel und Köpfe Holz, Zungenrahmen, Zungen und Stimmschieber Messing, trichterförmige Becher in halber Länge im Bass aus Holz, im Diskant aus Zinn 87,5 %

III. Manual: Schwellwerk, Tonumfang C – g’’’

Register                     1873                  Bauweise

Salicional 16’           C – f ’’’ *           �C – Fs Holz gedeckt, G – h° Holz offen (wieder angelängt, war 1947 abgesägt und gedeckt worden), ab c’ Metall zylindrisch

Geigenprincipal 8’   C – ds’’’, f ’’’    �C – H Holz offen (wieder angelängt, war 1947 abgesägt und gedeckt worden), ab c° Metall zylindrisch offen, e’’’ fs’’’ g’’’ rekonstruiert

Wienerflöte 8’          C – A                 �Holz offen, innen labiert, runde Aufschnittlöcher mit «Fröschen» angeblasen, ab B rekonstruiert nach Vorbild Jáchymov 1876

Dolce 8’                    C – f ’’’              C – H Holz offen, ab c° Zinn trichterförmig

Salicional 8’             ---                        �ab C Metall 50 % zylindrisch offen mit Expressionen und Kasten­bärten, neu nach Vorbild Jáchymov 1876, Hof 1885 und Cheb 1872

Vox coelestis 8’ ab                        ---           neu, Bauweise wie Salicional 8’

Geigenoctav 4’ VA ---                        Vorabzug aus Progressio

Viola 4’                     C – g’’                Metall zylindrisch, ab gs’’ rekonstruiert

  

* Salicional 16’ stand 1874 im II. Manual, aus Platzgründen jetzt im III. Manual.

Flöte travers 4’        ---                        �C – h° Holz offen innen labiert, ab c’ Metall überblasend, rekonstruiert nach Jáchymov 1876

Flautino 2’                C – a’                 Metall konisch, ab b’ rekonstruiert in Probezinn 75 %

Progressio 3 – 4-fach 4’                     ---           �C 4’ + 2’ + 113’, c° + 2 23’, repetiert c’’ auf 5 13’, Bauweise wie Geigenprincipal von 1873 in Probezinn 75 %

Trompete harm. 8’ ---                        neu, französische Bauweise nach C. - Coll in Probezinn 75’, Bertounéche-Kehlen, Krücken und Zungen in Messing, Becher ab c’ doppelte Länge

Oboe 8’                     ---                     neu, deutsche Bauweise, Becher in voller Länge bis H als einfache Trichter, ab c° Doppeltrichter mit Drehdeckeln, aufschlagend, aus Probezinn 75 %

Physharmonika 8’  ---                        neu in der Bauweise von E. Fr. Walcker (Hoffenheim 1845), auf eigener Windlade, durchschlagende Zungen aus Messing mit abnehmbaren Einzelton-Resonanzkörpern, doppelt wirkender Schweller als Deckel und als Windkanalsperrschieber

Tremulant                ---                        neu, Drucktremulant

Pedal, Tonumfang C – f ’, Klaviaturposition c° unter c’

Register                     1873                  Bauweise

Principalbass 16’     C – d’                 durchgehend Holz offen, weit

Violon 16’                C – d’                 durchgehend Holz offen, eng

Subbass 16’             C – d’                 Holz gedeckt

Salicetbass 16’ Tr. III                        ---           Transmission aus Manual III

Quintbass 10 23      ---                      Holz gedeckt, rekonstruiert nach Jáchymov 1876

Octavbass 8’            C – d’                 C – Ds Holz offen, E – a° Zinn im Prospekt

Violoncello 8’          C – d’                 Holz offen eng

Dolcebass 8’ Tr. III                            ---           Octavtransmission aus Salicet 16’ Manual III

Flötbass 4’                C – d’                 Holz offen

Posaune 16’             C – d’                 aufschlagend, Stiefel und Köpfe Holz, Becher Holz in voller Länge, Kehlen Holz

Koppeln und Spielhilfen

– 6 Normalkoppeln (als Züge), 3 Pedalkoppeln (als wechselwirkende Tritte)

– 2 Schwelltritte, Walze, Tritt für «Walze an»

– 4 feste Kollektive p – mf – f – ff (als Tritte)
– Setzeranlage System Eule mit 10 000 Speicherplätzen sowie 4 Programmen für

die Walze

– Sequenzer vor- und rückwärts dreifach als Pistons unter I, im linken und im rechten Schubkasten, zusätzlich Sequenzer vorwärts zweifach als Tritte links und rechts von Walze/Schwelltritt

– Setzerbedienelemente dezent untergebracht unter dem I. Manual mit Blendleiste sowie im rechten Schubkasten

– Funktionstasten für das Einfügen, Löschen, Kopieren, Lesen und Schreiben

– Speichermedium für je 1000 Kombinationen als Chipkarte, ausserdem die ersten

4 Tausendergruppen mit Schlüsseln abschliessbar

– mechanische Anzeigen für Schwellwerk und Walze, Digitalanzeige für Setzer mit Schiebeblende

– Registerzug Physharmonika wirkt als Trakturansteller zum III. Manual, Schleifen des Begleitwerkes schalten zugleich die Trakturanstellung zum I. Manual

– farbige Grundplatten der Registerschilder wie bei Steinmeyer (I = rot, II = blau, III = grün, P = gelb, Koppeln = zweifarbig, Begleitwerk = weiss), mit Nummerierung

– Schalter für Motor und Licht als Registerzug

Technische Daten

– Stimmton 431,5 Hz bei 15° C, Stimmungsart gleichschwebend; Begleitwerk auf

440 Hz gestimmt

– Schleifladen mit mechanischer Spiel- und Registertraktur sowie zusätzlicher elektrischer Registertraktur, frei stehender Spieltisch mit Blick in die Kirche

– 2593 Pfeifen (davon 45 im Prospekt sichtbar), hiervon 956 Pfeifen in 25 Registern

von 1873

– 13 Windladen

– 4 grosse doppelfaltige Magazinbälge im Turmraum hinter der Orgel

– 1 grosser Ventilator

– Winddrücke I. Man. 92, II. Man. 91, III. Man. 95, Pedal 110 mmWS

– Gesamtgewicht etwa 10 Tonnen


Quelle: Jiri Kocourek: Die Orgelbau-Firma Eule, Georg Friedrich Steinmeyer und die Vaduzer Orgel, in: Gemeinde Vaduz (Hg.): Kirche und Orgel zu St. Florin in Vaduz, Vaduz 2013, S. 156-178, hier: S. 173-176

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